Livestreaming – Gibt es eine Alternative zu den großen Anbietern?

Durch die globale COVID19-Pandemie entfiel für Musiker, DJs und andere Kreative innerhalb weniger Tage die Möglichkeit vor Publikum aufzutreten. Um trotzdem ihre Kunst präsentieren zu können wichen Viele auf Livestreams aus.

Die bekanntesten Plattformen für Streaming wie Twitch (Amazon), YouTube (Google/Alphabet), Mixer (Microsoft) oder Facebook/Instagram befinden sich allesamt in der Hand riesiger US-Konzerne, die durch ihre Marktmacht starken Druck auf die Kreativen ausüben können.

Das große Thema der letzten Tage ist vor allem die Urheberrechtssituation auf Twitch. Es ist keineswegs so, das Twitch Musik auf seiner Plattform verboten hat. Im Gegensatz zu Facebook oder YouTube gibt es bei Twitch bisher kein Content-ID System, dass Livestreams prüft und abschaltet sobald es geschützte Werke erkennt. Die neuen Vorwürfe gegenüber Twitch bezogen sich vor allem auf gespeicherte Clips und Videos in denen geschützte Musik gespielt wurde.

Wie – auch schon vorher – ist es erlaubt eigene Musik und Musik, an der man die Rechte hat zu spielen. Alles andere war auch schon vorher verboten.[1]

Es bestände außerdem die Möglichkeit Musik bei der GEMA zu lizensieren: Pakete für Lineares Streaming beginnen dort bei 180€ im Monat. Soll der Stream auch On-Demand abrufbar sein würden noch einmal 240€ pro Monat fällig. [2]

Eine mögliche Alternative für DJs kann die Livefunktion von Mixcloud bieten. Für 11€ im Monat (nach aktuellen 90 Tagen kostenloser Probezeit) bieten sie einen, nach eigenen Angaben, lizensierten und rechtssicheren Streamingdienst. Problematisch sind hier die mangelnde Reichweite und Bekanntheit der Seite, Zuschauer außerhalb der eigenen Blase zu generieren wird hier deutlich schwieriger sein.

Für die Zukunft gilt es zu hoffen, dass es weiter Möglichkeiten geben wird. Eine interessante Möglichkeit böte beispielweise ein Streamingdienst der eine Blockchain basierte Lösung wie Sia für seine Daten nutzt. So könnte eine größere Unabhängigkeit von der Infrastruktur der großen Anbieter geschaffen und gleichzeitig die Sicherheit der eigenen Daten verbessert werden.


[1] https://www.djmag.de/einzelnews/twitch-verbietet-weder-dj-sets-noch-musik-in-livestreams/

[2] https://www.gema.de/musiknutzer/tarife-formulare/tarif-vr-od-10/